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Die Reihe Literarische Alphabete wird gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und der Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz. Die Veranstaltung am 14. Juni wird außerdem gefördert von der Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung. Logo KSS
 

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Donnerstag, den 14. Juni 2018, 20 Uhr im Landhaus Dresden (Stadtmuseum, Städtische Galerie), Wilsdruffer Str. 2
Lesungen im Landhaus
LITERARISCHE ALPHABETE
Kathy Zarnegin liest aus Ihrem Roman "Chaya" und Gedichte.

Kathy Zarnegin

In den Wirren in der Islamischen Revolution schließen die Schulen im Iran. Die Eltern schicken Chaya, mitten in ihrer Pubertät, allein, ohne ihre beiden Schwestern, in die Schweiz, damit sie dort zur Schule gehen kann. Chaya notiert: „Und weg war die Kindheit.“ Chayas Leben widerspricht den Erwartungen ihrer Mutter: „Meine Enttäuschung über ihr Desinteresse an meinem Leben war so groß, dass ich anfing, sie zu hassen. … Kein Wort des Lobes, dass ich alles alleine … auf die Reihe bekommen hatte, die Schule zu absolvieren und in einem fremden Land Geld zu verdienen. Und wenn ich sie einmal auf ein Erfolgserlebnis von mir ansprach, sagte sie trocken und ernst, dass sie nie etwas anderes von mir erwartet hätte. Sie war nur darauf versessen, die Mängel in meinem Leben wahrzunehmen.“
„Chaya“ ist kein autobiographischer Roman, gleichwohl gibt es Schnittstellen mit dem Leben der Autorin. Auch Kathy Zarnegin wurde in Teheran geboren, auch sie zog in ihrer Jugend in die Schweiz. Sie studierte Philosophie, promovierte in vergleichender Literaturwissenschaft, ist ausgebildete Psychoanalytikerin und Psychotherapeutin und betreibt eine Praxis in Lebensorientierung. Außerdem ist sie nicht nur Mitbegründerin und Präsidentin des Internationalen Lyrikfestivals Basel, sondern auch Mitbegründerin des Lacan Seminar Zürich.
Trotz alldem hat Kathy Zarnegin noch Zeit, Gedichte zu schreiben: „Und in der Mitte, weisst Du noch, / knäuelte sich / jedes Mal / mein Vollmondleib, / als Du mich nanntest: / mein Goldstein.“ oder "Küss mich tot und blau“.
Literaturforum Dresden e.V. in Kooperation mit den Museen der Stadt Dresden.
Eintritt: 6 / 4 Euro.
Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, der Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz und der Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung.
Lesung und Gespräch auf Deutsch.
Anreise: Linien 1, 2, 3, 4, 7, 12, 62, 75 Pirnaischer Platz
Die Lesung ist barrierefrei zugänglich.


Donnerstag, den 28. Juni um 20 Uhr im Landhaus Dresden (Stadtmuseum, Städtische Galerie), Wilsdruffer Str. 2
Lesungen im Landhaus
LITERARISCHE ALPHABETE
Viktor Kalinke stellt das Zhuangzi und das Daodejing vor.

Yin und Yang

Eine Zikade und ein Täubchen sagen: „Wenn wir uns aufraffen und fliegen, dann landen wir auf den Zweigen einer Ulme oder eines Sandelholzbaumes; manchmal, wenn wir sie nicht erreichen, purzeln wir auf die Erde und das war's. Wozu neunzigtausend Li in die Höhe aufsteigen und nach Süden fliegen?"
Im deutschen Sprachraum existiert bis heute keine vollständige Übersetzung des Zhuangzi aus dem Chinesischen. Die Rezeption hierzulande wurde von der Ausgabe aus dem Jahr 1912 von Richard Wilhelm dominiert, der den Text um ein Drittel gekürzt und an vielen Stellen verfälscht hat. Das daoistische Denken, das auch im Westen in den letzten Jahrzehnten eine Belebung erfahren hat, stützte sich im deutschsprachigen Raum bislang auf eine völlig unzureichende Textgrundlage. Diese Lücke wird von Viktor Kalinke geschlossen. Im Ergebnis eines siebenjährigen Editionsprojekte ist eine zweisprachige, jetzt schon legendäre Referenzausgabe entstanden, die auch im deutschsprachigen Raum endlich einen verlässischen Einstieg und Zugang zum Daoismus verschafft.
Die Laozi zugeschriebene Aphorismensammlung Daodejing entstand vermutlich zu Ende des 4. Jahrhunderts v. Chr. als Meditationsgrundlage für philosophische Schulen.
Das Daodejing entstand in einer politischen Wendezeit. Während sich die autoritären Lehren des Konfuzius als Staatsideologie durchsetzten, deren Kenntnis von den Beamten gefordert wurde, war das Daodejing dank seiner vieldeutigen Metaphorik und subversiv-kritischen Aussagen der heimliche Klassiker der gelehrten Beamten. Das Faszinierende des Daodejing besteht in einer einzigartig anmutenden Bündelung kosmischer, seelischer und gesellschaftlicher Zusammenhänge, die mit Recht als unio mystica bezeichnet werden kann.
Laozi (Schreibweisen: Lao tse, Lao-tse, Lao tzu, Laudse) ist ein legendärer chinesischer Philosoph, der der Sage nach ein älterer Zeitgenosse des Kongzi (Konfuzius) gewesen sei und als königlicher Schrifthüter gearbeitet habe. Die Schilderung eines Treffens, bei dem Kongzi (5. Jh. v. Chr.) von Laozi über die Riten belehrt, findet sich bei Zhuangzi und gilt als phantasievolle Erfindung ohne historischen Gehalt. Auch die „Biographie“ des Laozi, die der chinesische Hofhistoriker Sima Qian (2. Jh. v. Chr.) wiedergibt, beruht auf Gerüchten. Ob je ein Mann namens „Laozi“ (wörtlich: „Alter Meister“) gelebt hat, wird von der Forschung bezweifelt.
Viktor Kalinke: geb. in Jena, Studium der Psychologie und Mathematik in Dresden, Leipzig und Beijing (Peking), Kreativitäts-Preis der Hans-Sauer-Stiftung, Mitbegründer der Edition + Galerie Erata, Promotion, Professur, lebt in Leipzig.
Literaturforum Dresden e.V. in Kooperation mit den Museen der Stadt Dresden.
Eintritt: 6 / 4 Euro.
Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und der Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz..
Lesung und Gespräch auf Deutsch.
Anreise: Linien 1, 2, 3, 4, 7, 12, 62, 75 Pirnaischer Platz
Die Lesung ist barrierefrei zugänglich.