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Vergangene Veranstaltungen des Literaturforums Dresden e. V.

2017

 

Dienstag, den 26. September 2017, 20 Uhr im Landhaus Dresden (Stadtmuseum, Städtische Galerie), Wilsdruffer Str. 2
Lesungen im Landhaus
LITERARISCHE ALPHABETE
Der Pariser Autor Habib Tengour liest Prosa und Gedichte.
Seine ersten Schreibversuche fanden in den rumpelnden Vorortzügen der Pariser 60er Jahre statt: die Literaturkritik bescheinigte ihm fortan eine "moderne Nomadenpoetik mit melancholisch-ironischem Unterton". Der 1947 in der westalgerischen Hafenstadt Mostaganem geborene Habib Tengour ist ein Chronist des Lebens zwischen den Welten, den Sprachen, den Kulturen. Im Brotberuf war der studierte Soziologe lange Zeit Maitre de Conférence für Ethnologie und Soziologie an den Universitäten von Paris und Evry. Schon als 29jähriger konstatierte er: "Das Exil ist mein Beruf, ihn zu wechseln ist hart." Heute gilt er als einer der bedeutendsten Schriftsteller des Maghreb. Schreiben, so Tengour, sei für ihn "ein Akt der Entschleierung, das, was die Mystiker (sein Geburtsort Mostaganem galt als Mekka der Sufi-Mystik) kashf al-asrar nennen, das "Enthüllen von Geheimnissen" und der visionäre Vorgriff auf künftige Ereignisse. Zum Œuvre Habib Tengours zählen elf Gedichtbände und mehrere Romane, auf Deutsch sind u.a. der zweisprachige Lyrikband "Seelenperlmutt" und der Roman "Der Fisch des Moses" erschienen. Im Roman "Der Fisch des Moses" geht Habib Tengour am Beispiel dreier Algerier unter anderem der Frage nach, was junge Araber veranlasst, als Mudschaheddin in den Kampf zu ziehen.
Sein neuester Gedichtband "Übers Meer - Poem mediterran" ist ein für Habib Tengour ganz zentraler Text aus einer Reihe auto­bio­gra­phisch inspi­rierter Lang­ge­dichte, die den Autor seit Jahr­zehnten begleiten.
›Grenz­über­sch­rei­tung‹ ist das Stich­wort schlechthin für einen Autor wie Tengour, dessen écri­ture sich, nach­ge­rade proto­ty­pisch für post­ko­lo­niales Schreiben, aus diver­gie­renden Quellen speist. Als poly­phone Geschichte multi­pler Querungen des Mittel­meers, von den Grie­chen, Phön­i­ziern und Arabern der Antike bis hin zu den Emigranten und Flücht­lingen der Gegen­wart, im Tangieren und Anzi­tieren viel­fäl­tiger Diskurse, Über­lie­fe­rungs­stränge und Erzähl­tra­di­tionen des Mittel­meer­raums, von Hera­klit und Homer zu Seferis, Camus und Rimbaud, in kriti­scher Dekon­struk­tion magh­re­bi­ni­scher Volks­le­genden, Migran­ten­viten und der münd­li­chen alge­ri­schen Über­lie­fe­rung, ist Übers Meer ein quick­le­ben­diges Beispiel für den Einschluss des Fremden ins Eigene, des Eigenen aber auch ins Fremde: dank der Alchimie des Worts. (Verlagstext)
Habib Tengour lebt heute wieder in Paris.
Dolmetscher: Ralf Tauchmann.
Literaturforum Dresden e.V. in Kooperation mit den Museen der Stadt Dresden.
Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und der Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz. Lesung und Gespräch auf Deutsch.
Anreise: Linien 1, 2, 3, 4, 7, 12, 62, 75 Pirnaischer Platz
Die Lesung ist barrierefrei zugänglich.

 

Dienstag, den 12. September 2017, 19 Uhr im Deutschen Hygiene-Museum Dresden, Lingnerplatz 1
LITERARISCHE ALPHABETE
Patrick Roth (Los Angeles und Mannheim) liest aus "Die amerikanische Fahrt - Stories eines Filmbesessenen"
Was ein Filmbesessener ist erfährt man beim Lesen des Buches „Die amerikanische Fahrt - Stories eines Filmbesessenen“. Anfang der 70er konnte man Filme nur im Kino oder im TV sehen. Patrick Roth fuhr extra, einen Tag vor seinem Deutschabitur, von Karlsruhe nach Frankfurt/Main, nur um Filme von David Wark Griffith zu sehen. David Wark Griffith ist für Patrick Roth der Erfinder der „Grammatik“ des Films. David Wark Griffith trifft man übrigens später in einer weiteren Erzählung im Buch wieder. Da steht er, in den siebziger Jahren, am Tresen von „Musso and Frank“ in Hollywood. Das Überraschende daran: David Wark Griffith war bereits 1948 gestorben. Dreißig Jahre früher. Jetzt steht er da wieder am Tresen. Patrick Roth hatte glücklicherweise seine Kamera dabei. Das Beweisfoto ist im Buch abgedruckt.
Literaturforum Dresden e.V. in Kooperation mit dem Deutschen Hygienemuseum Dresden.
Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und der Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz.
Lesung und Gespräch auf Deutsch.
Anreise: Linien 10, 13 Georg-Arnold-Bad, Linie 1, 2, 4, 12 Deutsches Hygiene-Museum
Die Lesung ist barrierefrei zugänglich.

 

Dienstag, den 15. August 2017, ab ca. 20:30 Uhr, Bühne am Japanischen Palais, Palaisplatz 11, Dresden
palais.poesie
Ein Abend mit Dichtkunst, der inzwischen kaum mehr wegzudenken ist aus dem sommerlichen Kulturkalender der Landeshauptstadt. Ein kleines Fest der Poesie im Barockgarten des Japanischen Palais. Einer der Höhepunkte des alljährlich stattfindenden, eintrittsfreien Palais-Sommers. palais.poesie ist ein poetisches Sommervergnügen aus Lesung und Performance, bei dem namhafte Dichter dem wandelnden, sitzenden oder liegenden Zuhörern im Park des Japanischen Palais ihre neuesten Gedichte vortragen. In den Pausen erklingt Live-Musik von Central Boom and Space mit Winterberg (electronics) und Mario Faust (Trompete und Sitar). Auf der Open-Air-Bühne des Palais-Sommers lesen dieses Jahr: Kerstin Becker, Nora Gomringer, Ulrike Almut Sandig und Moutaz Zafer.
Kerstin Becker, 1969 geboren, Kindheit in Moosheim und Hainichen (Sachsen). Schriftsetzerin, Friedhofsgärtnerin, Landarbeiterin an verschiedenen Orten. Lebt mit ihren beiden Kindern in Dresden. Zuletzt: "Biestmilch", Gedichte, Edition Azur 2016. "Diese Poesie spricht vom Kreatürlichen. Sie tut es ungeschönt und stark, durch eine sinnliche, klangintensive Sprache, deren schonungslose Direktheit nicht nur aufwühlt, sondern mitunter auch schmerzt." (Ilma Rakusa)
Ulrike Almut Sandig, 1979 geboren, wuchs in einem Pfarrhaushalt in Nauwalde (Sachsen) auf. Für ihre Hörbücher, Hörspiele und Sprechkonzerte arbeitet sie eng mit Komponisten und Filmemachern zusammen, u.a. mit Hinemoana Baker (Neuseeland) und Alif (Indien). 2017 war Ulrike Almut Sandig Mitherausgeberin des "Jahrbuchs der Lyrik". Sie lebt mit ihrer Familie in Berlin. Zuletzt: "ich bin ein Feld voller Raps verstecke die Rehe und leuchte wie dreizehn Ölgemälde übereinandergelegt", Gedichte, Schöffling Verlag 2016
Nora Gomringer, schreibt für Rundfunk und Feuilleton und arbeitet häufig mit Musikern zusammen, u.a. mit dem Jazz-Schlagzeuger Philipp Scholz, mit dem sie die CD "peng Peng Peng" veröffentlichte . Sie hat sieben Lyrikbände geschrieben, zuletzt ist "Moden", der dritte Band ihrer Lyriktrilogie der Oberflächen und Unsichtbarkeiten erschienen (Verlag Voland & Quist, 2017). Gomringer ist Poetikdozentin an den Universitäten Koblenz, Sheffield und Kiel und leitet seit 2010 das Internationale Künstlerhaus Villa Concordia in Bamberg, wo sie auch lebt.
Moutaz Zafer, 1987 in Syrien geboren, Studium zum Master of International Business Administration an der Universität Damaskus, langjährige Arbeit als Übersetzer, war Sekretär der Kurzfilm-Jury beim Damaszener Internationalen Filmfestival, spielt Klavier und schreibt Gedicht, heute lebt er in Dresden.
Eintritt: Frei!
Palais-Sommer in Kooperation mit dem Literaturforum Dresden e.V.

 

Donnerstag, den 29. Juni 2017, 20 Uhr im LeseGarten, Prießnitzstraße 56, Dresden
Bei schlechtem Wetter in der Buchhandlung LeseZeichen.
Sommerfest des Literaturforums:
Dennis Maloney (Big Sur, USA) und Tzveta Sofronieva (Berlin) in Lesung und Gespräch
Er ist ein "Poetry Publisher", in seinem 1973 gegründeten Verlag White Pine Press gibt er die Gedichtbände seiner Kollegen heraus, poetische Stimmen aus inzwischen über 30 Ländern. Manche von ihnen hat er selbst ins amerikanische Englisch übersetzt, mit viel Einfühlung, denn Dennis Maloney, der abwechselnd im kalifornischen Big Sur und in Buffalo (NY) lebt, ist selbst ein anerkannter Lyriker. "Diamanten der Alltäglichkeiten" nennt Jose F. A. Oliver die kristallklaren Verse Maloneys. Sein Gedichtzyklus "Inschrift" ist, wie große Teile seines Werks, von den östlichen Weisheitslehren geprägt, die kurzen Gedichte ähneln chinesischen Rollbildern: viel Raum, viel Intensität und eine Kraft, die aus der Akzeptanz der Leere kommt. Tzveta Sofronieva hat unter dem Titel "Empty Cup / Eine leere Tasse" (Verlag Hans Schiler) erstmals eine Auswahl aus dem breiten dichterischen Werk von Dennis Maloney ins Deutsche übertragen. Beim Sommerfest des Literaturforums Dresden lesen beide Gedichte und sprechen über Tempelglocken, Sterne in einem Teich und ihre poetische Korrespondenz zwischen Berlin und Big Sur.
Eintritt: Frei!
Literaturforum Dresden e.V. in Kooperation mit der Buchhandlung LeseZeichen.
Lesung und Gespräch auf Deutsch und Englisch. Mit Übersetzung.

 

Dienstag, den 13. Juni 2017, 19 Uhr im Deutschen Hygiene-Museum Dresden, Lingnerplatz 1
LITERARISCHE ALPHABETE
Lesung und Gespräch mit Dana Ranga
Drei Filme drehte Danga Ranga über Kosmonauten, eine über den Story Musgrave, einer über Waleri Poljakow, der mit 437 Tagen bis heute den Weltrekord für den am längsten dauernden Weltraumflug hält, und einen über Jean-François Clervoy. Hier, wie auch in ihren Gedichtbänden, geht sie unter anderem der Frage nach, wie sich Menschen verändern, die in eigentlich menschenfeindlichen Gebieten leben. "Wenn man auf der Grenze lebt", sagt Musgrave im Film, "braucht die Gesellschaft eine Zeit, um zu verstehen, wer du bist, und was du ihr geben kannst."
In "Wasserbuch", dem Debütband der 1964 in Bukarest geborenen Autorin Dana Ranga, sind ihre Gedichte Stationen einer Reise in die Tiefe der Ozeane. Auch in ihrem zweiten Band, "Hauthaus", geht es um verborgene Landschaften. Dieses Mal sind es allerdings subkutane: Das Herz, die Schilddrüse, die Leber oder der Magen sind die Protagonisten dieses Buches, sie werden befragt und untersucht. und doch unterscheidet sich Dana Rangas Blick von dem der Mediziner, fehlt jenen trotz Messer und Mikroskop doch der Sinn für die Bedeutung des Belebten: "sie zeichnen auf / sie knacken Zell-Codes / erfahrene Hacker der Lust / Diebe der Intimität / sie suchen das Leben mit dem Skalpell und triumphieren / bei jedem Examen / und doch wissen sie nichts über sich / über Schönheit und Liebe".
Dana Ranga studierte Medizin an der Universität Bukarest, später wechselte sie nach Berlin an die Freie Universität, wo sie Publizistik, Kunstgeschichte und Filmtheorie studierte. Dana Ranga arbeitet als Schriftstellerin und Filmemacherin in Berlin.
Literaturforum Dresden e.V. in Kooperation mit dem Deutschen Hygienemuseum Dresden.
Gefördert von der Robert Bosch Stiftung, der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und der Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz.
Lesung und Gespräch auf Deutsch.
Anreise: Linien 10, 13 Georg-Arnold-Bad, Linie 1, 2, 4, 12 Deutsches Hygiene-Museum
Die Lesung ist barrierefrei zugänglich.

 

Dienstag, den 23. Mai 2017, 19 Uhr im Japanischen Palais, Palaisplatz 11, 1. Etage
Der deutsch-arabische Lyrik-Salon
Verständigung und Versöhnung werden in einer Welt zunehmender Konfrontation immer wichtiger. Aufgrund ihrer Universalität und der Sinnlichkeit ihrer Metaphern ist die Sprache der Poesie in der Lage, einen lebendigen Dialog zwischen den Kulturen zu stiften. Der von dem deutschsprachigen, aus Syrien stammenden Dichter und bildenden Künstler Fouad EL-Auwad ins Leben gerufene und von ihm seit 2005 jährlich organisierte deutsch-arabische Lyrik-Salon soll ein Beispiel dafür sein. Er schafft Jahr für Jahr für die Möglichkeit, dass sich die Kulturen auf literarischer Ebene begegnen und eine neue Brücke zwischen der arabischen und der europäischen Welt bauen.
Jetzt kommt der deutsch-arabische Lyrik-Salon nach Dresden. Es lesen: Undine Materni, Fouad EL-Auwad, Mohamad Alaaedin Abdul und Volker Sielaff. Ihre Gedichte sind jeweils in beiden Sprachen zu hören. Zwischen den Lesungen setzt der syrische Musiker Razgar Karim mit seiner Saz musikalische Zäsuren. Moderation: Patrick Beck.
Eigens für den Abend werden auch die Prolog-Ausstellung und das Damaskuszimmer geöffnet sein.
Razgar Karim, geb. 1965 in Erbil (Irak), studierte dort Musik
Fouad EL-Auwad, geb. 1965 in Damaskus (Syrien), lebt in München. Lyriker, Erzähler, bildender Künstler, Übersetzer, Publizist, Herausgeber sowie Initiator und Kurator des "Deutsch-Arabischen Lyriksalons".
Mohamad Alaaedin Abdul Moula, geb. 1965 in Homs (Syrien), veröffentlicht seit 1983 in Syrien Gedichte, Essays, Kindergeschichten, Kurzgeschichten und Forschungsarbeiten. Lebt seit Ende November 2015 als achter Hannah Arendt-Stipendiat für zwei Jahre in Hannover.
Undine Materni, geb. 1963 in Sangerhausen. Freie Autorin, Lektorin und Publizistin, u. a. bei der Sächsischen Zeitung. Letzte Veröffentlichung: "Das abwesende Haus meines Vaters"; Gedichte und Kurzprosa.
Volker Sielaff, geb. 1966 in Großröhrsdorf. Lebt als Autor in Dresden. Letzte Veröffentlichung: "Überall Welt"; ein Journal.
Eine Veranstaltung der Kunstbibliothek der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in Kooperation mit dem Literaturforum Dresden e.V.
Lesung und Gespräch auf Deutsch und Arabisch.

 

Mittwoch, den 10. Mai 2017, 19 Uhr im Deutschen Hygiene-Museum Dresden, Lingnerplatz 1
LITERARISCHE ALPHABETE
Die japanisch-deutsche Autorin Yoko Tawada liest aus ihrem Buch "Ein Balkonplatz für flüchtige Abende" (konkursbuch Verlag, 2016) und dem Essayband "akzentfrei".
Yoko Tawada wurde als Tochter eines Buchhändlers in Tokio geboren, sie studierte zuerst in Japan, später in Hamburg Neuere Deutsche Literaturwissenschaft. Ihre Gedichte, Romane und Essays schreibt sie auf Deutsch und Japanisch. Einflüsse der einen gehen oft in die andere Sprache über: "Den Klang-, Schrift- und Sprachbildern, denen die Schreibende auf ihren Übergängen zwischen verschiedenen Schriftordnungen begegnet, entlockt ihr studierendes Schreiben eine Fülle an Beobachtungen", schreibt dazu die Literaturwissenschaftlerin Siegrid Weigel. Das Buch mit dem Titel "Tawada von zwei Seiten - Eine Dialektüre in Stichworten", welches als eine Art "Tawada-Glossar" gesehen werden kann, gibt Auskunft über die Begriffe und Themen, die sich wie ein roter Faden durch das Werk der Autorin ziehen: Auge, Asien, Finger, Fisch, Haut, Ohr, Schriftzeichen, Stein, Stimme, Tier und Zunge. Auch auf das Motiv des Dolmetschers / Übersetzers wird hingewiesen.
In ihrem Essayband "akzentfrei" beschäftigt sich Tawada mit den kreativen Aspekten des Akzents: "Der Akzent bringt unerwartet zwei Wörter zusammen, die normalerweise nicht ähnlich klingen. In meinem Akzent hören sich die Zelle und die Seele ähnlich an", so Tawada.
Yoko Tawadas Werk wurde mit zahlreichen Literaturpreisen gewürdigt, u.a. soeben, 2016, mit dem renommierten Kleist-Preis. Tawada lebt heute in Berlin.
Literaturforum Dresden e.V. in Kooperation mit dem Deutschen Hygienemuseum Dresden.
Gefördert von der Robert Bosch Stiftung, der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und der Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz.
Lesung und Gespräch auf Deutsch.
Anreise: Linien 10, 13 Georg-Arnold-Bad, Linie 1, 2, 4, 12 Deutsches Hygiene-Museum
Die Lesung ist barrierefrei zugänglich.

Achtung! Bedauerlicherweise musste das für Freitag, den 28. April geplante Passagen-Gespräch mit Alain Badiou aus Krankheitsgründen auf Herbst 2017 verschoben werden.
Lesungen im Landhaus
LITERARISCHE ALPHABETE: Passagen Gespräch mit Alain Badiou
Im ersten Dresdner Passagen Gespräch diskutieren der Philosoph Alain Badiou und Passagen Verleger Peter Engelmann über Strategien politischer Intervention.
In der aktuellen Situation, in der die sozialen Unterschiede immer größer werden, in der Europa zu zerfallen droht und die Krise der parlamentarischen Demokratien die Menschen immer mehr den populistischen Parteien in die Hände treibt, ist es unumgänglich eine politische Alternative zu entwickeln. Das sagt zumindest Alain Badiou, für den diese Alternative zum globalisierten Kapitalismus nur in der Erneuerung der Idee des Kommunismus bestehen kann. Dass bei dieser Wiedererweckung des kommunistischen Gespenstes auch Vorsicht geboten ist, weiß Verleger Peter Engelmann, dem die Repressionen totalitärer sozialistischer Regime nicht nur aus der Theorie vertraut sind. Im kontroversen Gespräch diskutieren die beiden über die Ursachen von Armut, Migration und Terrorismus und über mögliche Lösungsansätze. Dabei stellt sich die Frage, inwiefern die Philosophie angesichts der drängenden Probleme der Gegenwart ein Umdenken ermöglichen könnte, das den ersten Schritt zu einem radikalen Bruch mit der Logik der gegenwärtigen Welt darstellt.
Alain Badiou ist Philosoph, politischer Aktivist, Mathematiker und Literat. Er zählt zu den bedeutendsten und meist diskutierten philosophisch-politischen Denkern der Gegenwart und ist Verfechter der Idee des Kommunismus. Alain Badiou leitete die philosophische Fakultät der École normale supérieure in Paris.
Peter Engelmann ist Verleger, Philosoph und Herausgeber zahlreicher Texte der französischen Philosophen der Postmoderne und Dekonstruktion.
Literaturforum Dresden e.V. in Kooperation mit den Museen der Stadt Dresden und dem Passagen Verlag Wien.
Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und der Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz. Die Veranstaltung wird zusätzlich gefördert von Institut Français und "Frankfurt auf Französisch".
Gespräch auf Französisch und Deutsch. Dolmetscher: Ralf Tauchmann.
Anreise: Linien 1, 2, 3, 4, 7, 12, 62, 75 Pirnaischer Platz
Die Lesung ist barrierefrei zugänglich.

Montag, den 24. April 2017, 20 Uhr im Landhaus Dresden (Stadtmuseum, Städtische Galerie), Wilsdruffer Str. 2
Lesungen im Landhaus
LITERARISCHE ALPHABETE
Der Schweizer Autor Arno Camenisch liest Prosa und Gedichte.
Mit dem Buch "Sez Ner" wurde der Schweizer Schriftsteller Arno Camenisch bekannt. Auf der Alp Stavonas an der Flanke des Piz Sezner leben der Senn, der Zusenn und zwei Hirten für einen Sommer. Es sind kurze Fragmente, ein Puzzle, das sich beim Lesen nach und nach zu einem Bild des Lebens auf der Alp zusammensetzt. Neben den Älplern, den Kühen, Schweinen, Hunden und der Ziege begegnet man Bauern, dem Milchmesser und dem Fabelwesen Fazandin, sowie gelegentlich wie Erscheinungen vorüberziehenden Touristen: "Die Ziege steht auf dem Brunnenrand, die Touristen fotografieren. Die Ziege trinkt, die Touristen fotografieren." Die Welt auf der Alp ist eine unmittelbare, ungefilterte, ganz direkte Welt, in der jedes Ding das ist, was es ist. Es gibt nichts anderes.
Zuletzt erschienen von Arno Camenisch der "Die Kur" und der Kurzgeschichtenband "Die Launen des Tages". In "Die Kur" verschlägt es älteres Ehepaar wegen eines Gewinns für ein paar Tage in ein Fünf-Sterne-Luxushotel. Während sie ihre Sehnsüchte wieder aufleben spürt, fühlt er sich wie auf dem letzten Gang. "Die Launen des Tages" enthält 22 Kurzgeschichten: Begegnungen machen das Leben aus, und es ist die Liebe, die es am Laufen erhält (Klappentext).
Arno Camenisch wurde 1978 in Danis-Tavanasa in Graubünden geboren. Zunächst absolvierte er ein Lehrerstudium, später studierte er am Schweizerischen Literaturinstitu in Biel. Er schreibt auf Rätoromanisch und Deutsch. Sein Werke wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem dem Schweizer Literaturpreis. Literaturforum Dresden e.V. in Kooperation mit den Museen der Stadt Dresden.
Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, der Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz und der Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung.
Lesung und Gespräch auf Deutsch.
Anreise: Linien 1, 2, 3, 4, 7, 12, 62, 75 Pirnaischer Platz
Die Lesung ist barrierefrei zugänglich.

 

Freitag, den 27. Januar 2017, 19.30 Uhr in der Présence, Altrochwitz 10, 01326 Dresden
EDER spielt BURTEVITZ
"axia" - Eine abendfüllende Klavierkomposition von Thuon Burtevitz mit komponierter Stimmung.
(Foto: Stefan Eder)
Noch vor gut 200 Jahren betraf die Suche nach der richtigen Stimmung des Klaviers zugleich die gesamte Weltordnung. Die Stimmung sollte der kosmisch-göttlichen Harmonie entsprechen. Vorherrschend ist heute, vor allem aus praktischen Gründen, die gleichschwebend temperierte Stimmung. Andere Stimmungen werden fast nur bei Aufführungen "Alter Musik" und in außereuropäischen Traditionen verwendet. Für die abendfüllende Klavierkomposition "axia" hat die Komponistin Thuon Burtevitz eine eigene Stimmung komponiert. "axia" ist eine an Melodien und Rhythmen überaus reiche, sehr sinnliche Musik.
Thuon Burtevitz wurde 1973 in Halle / Saale geboren. Sie studierte Komposition bei Jörg Herchet an der Musikhochschule Dresden und als Meisterschülerin von Dimitri Terzakis an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig. Für "Rabba in Sard..." erhielt sie den Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart. Sie lebt heute als freischaffende Komponistin in Dresden.
Aufgeführt wird "axia" vom Dresdner Pianisten Stefan Eder. Er wurde 1962 in München geboren, studierte er Klavier in München und Dresden. Schwerpunkt seines Schaffens ist die Aufführung von Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. Er ist zudem Pianist im mittlerweile legendären elole-Klaviertrio.
Der Abend ist zugleich die Eröffnung des neuen Konzertsaales der "Présence" in Dresden-Rochwitz. Stefan Eder hat die Scheune eines ehemaligen Bauernhofs zu einem Konzertsaal ausgebaut. "Présence" ist gedacht als Stätte gegenwärtiger Musik, Kunst und Literatur.

Présence in Kooperation mit dem Literaturforum Dresden e. V.
Anreise: Linien 84, 309 Hutbergstraße.

 

Dienstag, den 17. Januar 2017, 20 Uhr im Landhaus Dresden (Stadtmuseum, Städtische Galerie), Wilsdruffer Str. 2
Lesungen im Landhaus
LITERARISCHE ALPHABETE
Anja Golob (Slowenien) liest aus ihrem Gedichtband "ab und zu neigungen".
(Foto: Jost Franko)
 Der Übersetzer Peter Urban-Halle nannte sie in der "Neuen Zürcher Zeitung" schlicht "eine Entdeckung": die 1976 geborene slowenische Autorin, Publizistin und Dramaturgin Anja Golob. Für die slowenische Tageszeitung "Vecer" schrieb sie Kolumnen und Theaterkritiken. 2010 erschien ihr erster Gedichtband "V roki" (In der Hand), 2013 ihr zweiter, "Vesa v zgibi" und vor einem Jahr ihre erste Publikation auf Deutsch, unter dem vieldeutigen Titel "ab und zu neigungen" im Hochroth Verlag Berlin. 2013 erhielt sie den wichtigsten Lyrikpreis ihres Landes, den Jenko-Preis, den sie annahm, nicht jedoch das Preisgeld, das aus einer privaten Hand stammte, "die ihr nicht sauber vorkam" (Urban-Halle). Ihre Gedichte "sind sehr persönlich und nehmen sogleich wieder Abstand davon, um sich ins Allgemeine zu weiten; sie sind stocknüchtern und dann wiederum sehr zart; sind mal klug und verspielt, mal nachdenklich und mit einem Schuß absurden Humors versehen", schreibt Jürgen Brocan über Golobs Lyrik. Anja Golob in einem ihrer Gedichte: «Wir tragen Licht, wir geben Körper, damit, was wir lieben, Zeit und Form gewinnt.»

Literaturforum Dresden e.V. in Kooperation mit den Museen der Stadt Dresden.
Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, der Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank, der Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz.
Lesung auf Slowenisch und Deutsch, Gespräch auf Deutsch.
Anreise: Linien 1, 2, 3, 4, 7, 12, 62, 75 Pirnaischer Platz
Die Lesung ist barrierefrei zugänglich.

 

 

 

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